Sonntag, 7. Juli 2013

Ich bin zurück ... vom Ijsselmeer

Nachdem ich längere Zeit hier im Blog nichts gepostet habe, konnte vielleicht der Eindruck entstehen, ich wäre auf den Weltmeeren verschollen. Dem ist aber nicht so. Ich habe mich auch nicht in den Weiten des holländischen Kanalnetztes verirrt.
Nein, ich lebe noch, erfreue mich bester Gesundheit und bin gerade von einen Törn zum Ijsselmeer zurück.
Nach dem letzten Post nahm die Arbeit an Finja, zur Vorbereitung des Törn, viel Zeit in Anspruch. Danach, auf dem Törn selbst schrieb ich nicht im Blog, weil mein Tablet im holländischen Netz doch einige Kosten verursacht, die ich  möglichst gering halten wollte. Aber jetzt bin ich erstmal zuhause und das normale Leben (auch im Blog) läuft wieder an.
Ja, der Törn ins Ijsselmeer...
ich bin binnen über die Kanäle hin, weil die Bedingungen auf der Nordsee nicht gut waren. Zudem haben mich Renate und Fine auf der Hinfahrt begleitet und denen wollte ich es ja so angenehm wie möglich machen.
Auf dem Ijsselmeer selbst hatte ich dann 3 Tage wirklich gute Segelbedingungen, die ich auch voll ausgenutzt habe.
Schönes Segeln

Im Companieshaven, Enkhuizen

Ankunft in Hoorn
Aber dann gab es nur noch, Regen, Starkwind und Sturm. Das alles gewürzt mit kräftiger Kälte (Nachts teilweise nur 7° C im Boot). Deshalb ging die Rücktour auch binnen lang.
Das war ein Tag ohne Wind und Regen

Naja, manchmal war es auch trocken, aber kein richtiger Sommer.
In Woudsend hat´s mal nicht geregnet
Die Hinfahrt hat Renate in ihrem Blog "Lauschen, Lesen, Lebenslust" ausführlich dargestellt

Dienstag, 7. Mai 2013

Impressionen aus der Bretagne



Wir sind zurück aus unserem Urlaub in der Bretagne und haben einen ganzen Strauß schöner Erinnerungen und neuer Eindrücke mitgebracht. Unser Urlaubsort war Pleubian an der Cote d´Armor.
Die wilde Küste

Nicht weit von Paimpol und dem wunderschönen Inselarchipel Ile de Brehat. Das Wetter war "bretagnemäßig", nicht besonders warm (max. 17 °), oft bewölkt, aber kaum Regen.
Hafen in Paimpol

Mit unserem Wohnwagen standen wir auf einem Campingplatz direkt am Meer mit Blick auf die vorgelagerten Riffe.
Blick aus dem Wohnwagen

Da Nebensaison war, hatten wir den Platz fast für uns alleine. Herrlich!!!
Der Campingplatz

Der Tidenhub beträgt hier 8,5 Meter. Bei Ebbe hat man eine wilde, mondlandschaftähnliche Steinwüste vor sich und bei Flut, das Meer, aus dem nur ein paar Steine herausschauen. Der kleine Leuchtturm nebenan, ist ein Steinhaus mit einer Laterne in der Dachgaube. Für bretonische Verhältnisse reicht das vollkommen.

"Unser Leuchtturm"
Zur Ehrenrettung der Bretonen muß man allerdings sagen, daß es auch "richtige" Leuchttürme gibt.

Leuchtturm les Heaux

Neben Wanderungen auf dem sehr schönen Küstenwanderweg, haben wir Touren mit dem Auto in die nähere und weitere Umgebung unternommen und natürlich die Ile de Brehat besucht.


Boote im Morgennebel auf Brehat

Ile de Brehat
Auch die französische Küche konnten wir in vollen Zügen genießen. Austern und andere Meeresfrüchte, verschiedenste Fischgerichte, Kalbsfilets, Entrecotes, würzige Käse und feines Gebäck. Alles begleitet von hervorragenden Weinen. So wurde der Urlaub zu einer Schlemmertour.


Donnerstag, 18. April 2013

 

Saisonbeginn 

 

Endlich ist es soweit. Letzten Samstag haben wir (die Mitglieder von Boreas) die Stege ins Wasser gesetzt. Das Wetter war gut, kein Regen und angenehme 16° C. Leider war um 9.30 Uhr Niedrigwasser. Da der Hafen trockenfällt, konnten wir erst gegen 12 Uhr loslegen.  Deshalb wurde vor Beginn der Arbeit  gut gefrühstückt, wie immer mit Kaffee und belegten Brötchen die unser Vorsitzender mitbrachte. So gestärkt hat alles reibungslos geklappt. Nun können die Boote ins Wasser.
Die Steganlage ist einsatzbereit

Finja bleibt aber zunächst noch in der Halle, denn wir (meine Frau Renate und unser Hund Fine) fahren erstmal nach Frankreich in Urlaub. Natürlich ans Meer, in die Bretagne. 

Freitag, 1. März 2013

Der Frühling ist da ...

zumindest meteorologisch.  Ich bin in Ditzum, dieses Mal ohne Familie ( Renate und Fine). Kein Schnee und  kein Frost mehr, aber gefühlt noch nicht wirklich Frühling. Die Fischer bereiten ihre Kutter für den Saisonstart nächste Woche vor. Der erste Kutter wurde schon bei einer Probefahrt auf der Ems gesichtet.
Krabbenkutter auf Probefahrt

Im Winterlager ist noch totale Ruhe. Ich war dort um den Einbau eines neuen Kartenplotters vorzubereiten. Nach kurzer Zeit kroch mir die Kälte in alle Knochen, Temperatur in der Halle 3° C !!! Da war mir klar, warum die Segelkameraden noch in den warmen Stuben hocken und die Bootstege noch hinterm Deich liegen. Die Stege sollen erst am 13. April ins Wasser, weil dann echter Frühling ist.
Stege im Winterlager

Heute Abend ist Klönschnack im Vereinsheim, mal sehen was es Neues gibt.

Montag, 11. Februar 2013

Noch ist Winter im Hafen

Wir, d.h. Renate, Fine und ich, waren mal wieder in Ditzum. Der Winter ist noch nicht vorbei und obwohl fast kein Schnee mehr liegt, friert es jeden Tag. Finja hält weiterhin ihren Winterschlaf und da habe ich sie auch nicht gestört.
Im Hafen ist es ebenfalls recht ruhig.  Die Saison für die Krabbenfischer beginnt erst im März und so liegen die Kutter still an der Kaje.
Krabbenkutter in Ditzum
Auch die Stege für unsere Sportboote stapeln sich noch hinterm Deich. Sie werden im April ins Wasser gesetzt.
Noch fehlen die Stege für unsere Boote

Letzten Freitag war Jahreshauptversammlung  unseres Segelvereins Boreas. Es wurden die Weichen für die Vereinsarbeit im laufenden Jahr stellt und über dit un dat geklönt. Alle brennen darauf, daß die Segelsaison bald beginnt.


Mittwoch, 23. Januar 2013

Außen-Ansichten von Finja

Für jeden Segler ist sein Boot natürlich das schönste, beste und praktischste Schiff (bis man sich ein Boot wünscht, das mindestens einen Fuß länger ist). Bei mir ist das nicht anders. Allerdings habe ich, was die Länge angeht, mit Finja einen Rückschritt gemacht, von 33 auf 28 Fuß. Dies ist der Einhand-Tauglichkeit und meinem Alter geschuldet. Hier zeige ich nun stolz die äußeren Reize von Finja.

Der Riß

Degerö 28 MS

 

Äußerlichkeiten

Finja in Fahrt


Plicht mit Niedergang







Für Strippenzieher






































Weitere Fotos in diesem Picasa-Webalbum


Dienstag, 22. Januar 2013

Finjas Innenleben

Hier stelle ich das "Innenleben" von Finja vor.

Zunächst der Grundriß


Statt der Hundekoje hat Finja eine 2. große Backskiste

 Nun die Einrichtung

Innensteuerstand

Pantry


Vorschiff

Salon mit Backbord-Bank
Schrank und Durchgang zum Vorschiff

 Das Herz von Finja, der neue Motor

Yanmar 3YM30G, 27 PS, Wendegetriebe

Weitere Fotos in diesem Picasa-Webalbum


Montag, 14. Januar 2013

Finja im Winterschlaf

Finja (mit Folie abgedeckt) in der Halle

                                          

Letzte Woche waren wir (Renate, Fine und ich) in unserem Ferienhaus in Ditzum. Natürlich mußte ich die Gelegenheit nutzen und nach Finja sehen. Finja steht im Winter in Leer in einer Bootshalle. Die Halle ist zwar unbeheizt, aber trocken und zumindest teilweise isoliert. Da die Temperaturen nicht im Frostbereich lagen, habe ich bei meinem Besuch noch einige kleine Arbeiten erledigt, z.B. die Wellenanode ausgetauscht, die Wellendichtung gefettet und einige Dinge ausgemessen, um nächste Woche auf der BOOT noch einige Ersatzteile und Ausrüstungsstücke zu kaufen . Alle paar Wochen, wenn ich in Ditzum bin, lade ich die Batterien an Bord nach. So wurden auch dieses Mal die Batterien wieder voll geladen.  Nun kann Finja ihren Winterschlaf fortsetzten. Bei mir dagegen kribbelt es schon, ich freue mich auf die kommende Segelsaison.

Dienstag, 1. Januar 2013

Seglers Jahresbeginn

Das neue Jahr ist noch keinen Tag alt, da juckt es mich, mir Gedanken  um die Törnplanung für den Sommer zu machen.
Voriges Jahr hat mein Sommertörn, einhand nach Skagen, 93 Tage gedauert. Dieses Jahr muß ich, was das Segeln angeht, (zeitlich) kürzertreten. Meine bessere Hälfte möchte mich nicht so lange entbehren, wohl auch wegen der Arbeit an Haus und Garten, die sonst komplett an ihr hängen bleibt. Außerdem kann sie dieses Jahr für ca. 2 Wochen mit aufs Boot kommen.

Vom Heimathafen Ditzum an der Ems aus, bietet es sich an, nach Holland zu segeln. Delfzijl ist nur 16 sm entfernt, und von dort aus kann man in die holländischen Kanäle. Das ist dann zwar keine richtige Seefahrt, aber da wir auch unseren kleinen Hund Fine mitnehmen, wird es für alle Beteiligten wohl eine gemütliche Fahrt.

Von Delfzijl aus soll es über die stehende Mastroute  via Groningen und Zoutkamp ins Lauwersmeer gehen. Bei gutem Wetter dann nach Schiermonnikoog, bei Schietwetter weiter Richtung Ijsselmeer.
Nach 2 Wochen, wenn Frau und Hund zurück nach Hause müssen, kommt unsere Tochter die beiden dann mit dem Auto dort abholen, wo wir gerade sind.

Für diesen Törn habe ich 6 Wochen veranschlagt , so daß mir dann noch 4 Wochen für Ijsselmeer, Wattensee (Texel, Vlieland, Terschelling) und die Rückreise bleiben.

Zeitlich soll dieser Törn so liegen, daß ich am 15. Juli, also vor Beginn der Hauptsaison zurück bin.

Um die Saison damit nicht zu beenden, soll es dann vom 10. August bis Ende August noch mal  ins Wattenmeer zu den Ostfriesischen Inseln gehen. Bei dieser Reise kommt meine Frau, natürlich mit Hund Fine, dann für 1 Woche auf´s Boot zu Besuch.

Damit ist der seglerische Rahmen für dieses Jahr abgesteckt.

Montag, 20. August 2012

Einhand nach Skagen - Teil 1 - Ditzum bis Langeoog

Der Start

Am 18. Mai 2012 war es endlich soweit. Um 11.45 Uhr, bei Hochwasser,  legte ich in meinem Heimathafen Ditzum ab und es begann mein Einhand-Segeltörn mit meinem Segelboot Finja nach Skagen.  Meine Frau Renate stand am Steg und winkte mir lange nach, dies war ein Abschied für mehrere Wochen.
Der Himmel zeigte einige Wolken, der Wind kam aus SW mit Stärke 3-4 und ich konnte sofort nach verlassen des Hafens die Genua setzten. Mit achterlichem Wind und zusätzlichem "Schiebestrom" ging es flott die Ems abwärts. Schnell war die Hafeneinfahrt von Emden erreicht. Hier lagen, wie immer,  große Autotransporter und schluckten jede Menge PKW durch ihre riesigen Ladeklappen, um sie nach Übersee zu bringen.
Autotransporter in Emden
 Im Bereich des Geise-Leitdamms, eines bei Flut überspülten Steindammes, hielt ich mich südlich außerhalb des Fahrwassers, zwischen Fahrwassertonnen und Untiefentonnen, und damit gut von der Berufsschifffahrt frei. Die Berufsschifffahrt ist hier mitunter recht rege, neben besagten Autotransportern, diversen Frachtern, Fähren und Binnenschiffen gibt es hier immer wieder Schwimmbagger. Diese Schwimmbagger halten die Fahrrinne für die großen Schiffe der Meyer-Werft tief.
Der handige Wind schob mich weiter über den Dollart, in den Hafenkanal von Delfzijl, bis zum Schleusenkomplex. Hier rollte ich die Genua ein und fuhr unter Maschine das kurze Stück zum Yachthafen Neptunus. Beim Einfahren in die Box kam starker Seitenwind und Finja drohte sich in der Box quer zu legen. Hilfreiche Hände von Nachbar-Steg verhinderten das glücklicherweise.
Um 14.45 Uhr war Finja fest. Ich nutzte den Nachmittag für einen Bummel durch Delfzijl und kaufte noch restlichen Proviant ein, denn die Geschäfte befinden sich nicht weit vom Hafen. Der Abend klang dann mit einer Super-Pizza "Frutti di Mare" und etwas Chianti in der "Palme", meiner Lieblings-Pizzeria hier in Delfzijl, aus.


Von Delfzijl nach Borkum

Samstag, 19. Mai. Das Wochenende beginnt und gestern Abend füllte sich der Hafen schon. Heute lasse ich es langsam angehen, denn ich kann erst um 11.30 Uhr, ca. 2 Stunden vor Hochwasser los.
Als ich dann abgelegt habe, kalibriere ich zuerst den Pinnenpilot durch fahren im Kreis. Das geht im ruhigen Hafenbecken besser als auf der Ems. Nach wenigen Minuten ist ein wichtiger Helfer an Bord, der eiserne Hinnerk, kurz "Hinnerk" genannt und seines Zeichens automatischer Steuermann, einsatzbereit.
Nachdem der 3 sm lange Hafenkanal von Delfzijl hinter uns liegt, setzte ich auf der Ems Groß und Genua. Der Wind weht schwach aus SE. Die Fahrt ist gemächlich, Hinnerk arbeitet gut. Auf der Ems sind viele Segel zu sehen. Nach 4 sm läßt der Wind noch mehr nach und dreht auf N. Das ist in etwa die Richtung in die ich möchte. Es hilft nichts, der 2. Helfer an Bord, Motor "Jockel" muß ran. Jockel ist ganz neu an Bord, es ist seine Jungfernfahrt. Er wurde erst im Herbst, als Ersatz für seinen Vorgänger, eingebaut. Die Genua rolle ich ein, das Groß bleibt stehen, vielleicht kommt ja wieder Wind. Natürlich ist auch der Motorkegel gesetzt. Der Wind kommt leider nicht zurück und Jockel sorgt für die nötige Fahrt im Boot.
Borkum Fischerbalje
 An der Fischerbalje hole ich das Groß ein und steuere den Yachthafen "Port Henry" an.  Beim anlegen ist wieder Seitenwind. Diesmal wird Finja gegen den eisernen Steg gedrückt, genau da, wo eine Lücke zwischen den Fendern ist. Die kleine Schramme läßt sich aber problemlos wegpolieren. Im Restaurant "Baalmann" melde ich Finja für den Liegeplatz an und mich fürs Abendessen. Auf dem Rückweg zum Boot treffe ich Michael, unseren Revierleiter vom DSV, und halte einen kleinen Klönschnack. Abends im Restaurant am Yachthafen esse ich Schnitzel "Bauernart", sehr groß und sehr lecker. Auch das Bier schmeckt.

Übers Watt nach Langeoog

Das Wetter ist gut und so lege ich morgens 2,5 Std. vor HW in Borkum ab. Ziel ist Norderney. Der Wind kommt zunächst schwach, später mäßig aus NE bis E. Es wird eine Motorfahrt.  Im Borkumer- Wattfahrtwasser habe ich auf dem Watthoch noch 10 cm Wasser unter dem Kiel und im Memmert-Wattfahrtwasser sogar 30 cm, das reicht. In der Memmertbalje weht der Wind dann mit Stärke 5 von vorn, da wird es ungemütlich naß. Kurz nach Mittag ist Norderney erreicht. Hier bleibe ich über Nacht.
Yachthafen Norderney

Auch am nächsten Tag ist der Wind immer noch ungünstig, NE-E, Stärke 4. Bis Baltrum sind es nur 10 sm, das mache ich unter Motor. Am Ostende von Norderney führt das Fahrwasser ganz nah an den Strand, dort liegen hunderte Seehunde im Sand und sonnen sich.
Seehunde am Ostende von Norderney
 Mittags bin ich da. Im kleinen Hafen  bekomme ich sogar noch einen Platz in einer Box, das ist selten hier auf Baltrum. Nach der Ankunft rufe ich die Motorenwerkstatt in Dornum an, denn Jockel braucht seinen ersten Ölwechsel und die von Hersteller vorgeschriebene Wartung. Alles geht klar, ich kann morgen nach Dornumersiel kommen, übermorgenfrüh wird die Arbeit dann erledigt.
Finja auf Baltrum
Baltrum ist die kleinste der Ostfriesischen Inseln. In ca. 3 Stunden kann man die Insel umwandern, man ist also "bald-rum". Baltrum ist autofrei, selbst fahrradfahren ist nur den Insulanern erlaubt, denn wenn die Gäste auch noch radfahren würden, befürchtet man das Verkehrs-Chaos. Transportiert wird hier alles entweder per Fahrrad mit Anhänger oder per Pferdefuhrwerk.
Nachmittags wandere ich durch die Dünen über die Insel. Zu Abend esse ich im "Seehund", da gibt es leckeren gebratenen grünen Hering.

Die "LKW" von Baltrum
Vor dem Übersetzen nach Dornumersiel bunkere ich morgens noch Lebensmittel auf Baltrum, denn in Dornumersiel liegt der Hafen weit ab vom Dorf. Im engen, verwinkelten und flachen Baltrumer-Wattfahrwasser fahre ich die 9 sm bis Dornumersiel vorsichtshalber unter Motor.  Der Hafen von Dornumersiel ist proppenvoll (fast alles Dauerlieger). Der Hafenmeister gibt mir einen günstigen Platz und hilft beim Verholen vom Meldesteiger zum Liegeplatz. Außer einem Fischimbiss und einem Campingplatz gibt es in Dornumersiel nicht viel zu sehen. Ein kleiner Spaziergang am Nachmittag und Bratfisch im Imbiss runden den Tag ab.
Wie vereinbart, steht am nächsten Morgen pünktlich um 10.30 Uhr Herr Wieben am Boot um die Wartung durchzuführen. Alles klappt gut und so kann ich um 13 Uhr, 1 Std. vor HW Dornumersiel verlassen und nach Langeoog übersetzen. In Hafen von Langeoog ist noch reichlich Platz und Joke,  der Hafenmeister, hilft mir beim Anlegen, da hier im Hafen eine kräftige Stömung läuft.
Die nächsten Tage werde ich auf Langeoog bleiben, denn es steht Pfingsten vor der Tür und übermorgen beginnt auf Helgoland die Nordsee-Woche und über Pfingsten ist zudem auf Spickeroog Regatta. Da sind die nächsten Häfen auf meiner Tour jetzt schon überfüllt. Für den Abend reserviere ich mir schon mal einen Platz in der Kajüte, dem Vereinlokal des Segelclubs. Die Kajüte ist sehr beliebt, da ihre Küche sehr gut ist und die Preise akzeptabel sind. Außerdem liegt das Inseldorf ca. 2,5 km vom Hafen entfernt und die Inselbahn fährt abends nicht mehr. Für Segler, die nicht selbst kochen wollen, ist die Kajüte die einzige Möglichkeit am Hafen abends einzukehren.

Kajüte am Yachthafen Langeoog
  Weitere Fotos zu dieser Etappe in diesem Picasa-Webalbum

Mittwoch, 18. Juli 2012

Einhand nach Skagen - Teil 2 - Langeoog bis Laboe

Inseltage auf Langeoog

Wie schon gesagt steht Pfingsten vor der Tür und auf  Langeoog füllt sich der Hafen. Das Wetter ist sommerlich warm, die Sonne strahlt in ihrer ganzen Pracht. Nach einem ausgiebigen Frühstück, mit frischen Brötchen ( zu kaufen beim Hafenmeister), fahre ich mit der Inselbahn ins Dorf. Die Bahnfahrt ist kostenlos und für die Inselgäste in den Fährkosten enthalten. Allerdings fährt die Bahn nur, wenn Fähren ankommen oder abfahren.
Die Inselbahn

Im Dorf herrscht reges Leben. Die Strassen, Geschäfte und Gaststätten sind voll.
Ich spaziere durchs Dorf zum alten Wasserturm, dem Wahrzeichen der Insel. Der Wasserturm steht auf einer Düne und von hier aus hat man einen schönen Blick auf das Seegatt Accumer Ee und die Nordsee.
Der Wasserturm, Wahrzeichen Langeoogs


Eine kleine Dünenwanderung sorgt für den nötigen Appetit auf ein Stück Sanddorn-Torte im Café Leiß. Im Strassencafé unterm Sonnenschirm sitze ich gemütlich, geniesse die Torte und schaue den flanierenden Inselgästen zu. Die Inselbahn bringt mich wieder zurück zum Hafen, denn es ist zu heiß, um die Strecke zu laufen. Abends esse ich wieder in der Kajüte, weil ich keine Lust habe bei den Temperaturen auch noch zu kochen.

Heute ist Freitag und der Hafen ist nahezu voll. Ich mache einen Spaziergang entlang der alten Pferdebahn, zum Flinthörn, dem Westende der Insel. Nachmittags kommt Herr Wieben, mein Motorenmechaniker, mit seiner Familie im Speedboot auf Pfingsturlaub. Schön eng unter der Persenning mit 3 Personen zu übernachten. Aber die Wiebens sind das gewöhnt und bei dem Sommerwetter ist das kein Problem.
Die Pfingsttage vergehen, eine gewisse "Inselroutine" hat sich eingestellt. Morgens ausgiebiges Frühstück, dann Wanderung in den Dünen oder Spaziergang durchs Dorf, je nach "Hitzegrad". Nachmittags Kuchen im Café Leiß und Abends essen in der Kajüte. Das Essen in der Gaststätte belastet zwar die Bordkasse, aber hier sind die Preise noch moderat. Selbst kochen kann ich in Dänemark noch oft genug, denn da sind Restaurantbesuche sündhaft teuer.

Über Spiekeroog nach Cuxhaven

Es ist Pfingstmontag, ich möchte weiter. Der Wind weht schwach aus Nord, für abends ist Seenebel angesagt. Um 15 Uhr, ca. 2 Std. vor HW kann ich los. Für die Strecke unter Motor rechne ich 2 Stunden, also Ankunft ca. 17 Uhr. Da müßte dann auf Spiekeroog wieder Platz im Hafen und der Seenebel hoffentlich noch nicht da sein. Bei schönstem Sonnenschein lege ich ab. Die Fahrt durchs Watt tut gut, nach so vielen Hafentagen. Als ich die Otzumer Balje erreiche scheint die Sonne in einem seltsamen Licht, das bedeutet nichts Gutes. Aber von Nebel ist weit und breit nichts zu sehen.
Vor der ca. 1 sm langen Hafenrinne von Spiekeroog kommt eine Nebelwand mit irrer Geschwindigkeit aus Richtung Seegatt. Im Nu bin ich von Nebel umhüllt. Die nächste Pricke ist kaum zu erkennen. Vorsichtig hangele ich mich von Pricke zu Pricke. Als ich endlich im Spiekerooger Hafen bin, reißt mit einem Mal der Nebel auf und der Spuk ist vorbei. Die Stege liegen wieder im Sonnenlicht vor mir, die Nebelwand zieht Richtung Watt ab. Draußen im Watt hätte das ins Auge gehen können.
Froh über die glückliche Ankunft, gehe ich zum Hafenmeister und melde mich für 3 Nächte an. Vorher ist ein Weiterkommen aufgrund der Wettervorhersage und der Tide nicht möglich.
Romantisches Spiekeroog
Am nächsten Tag hat das Wetter sich total verändert. Es ist trübe und kalt, von Sommer keine Spur mehr. Nach dem Duschen im nagelneuen Sanitärgebäude und dem Frühstück, mache ich eine Runde durchs Dorf. Seit meinem letzten Besuch vor 2 Jahren, hat sich hier fast nichts verändert. Nachmittags bleibe ich an Bord und lese. Nachts sinkt die Temperatur im Boot auf  5°C, über mein Plumeau lege ich noch eine Polarfleece-Decke. Auch den folgenden Tag verbummele ich mit lesen und kleinen Spaziergängen.
Am Donnerstag, dem 31. Mai ist die Tide günstig, nur der Wind weht schwach aus NW. Ich möchte nach Cuxhafen, das sind ca. 56 sm.  Früh um 7 Uhr, 1 Stunde vor HW Otzumer Balje lege ich ab. Vor dem Hafen setzte ich das Großsegel, vielleicht nimmt der Wind ja noch zu. Im Seegatt habe ich zunächst noch 1 Knoten Gegenstrom und auf den Bänken steht etwas Brandung. Danach wird die See ruhig und der Wind bleibt weiterhin schwach. Vor der Wesermündung liegen zahlreiche Frachter auf Reede, die ich umfahre.  Dann fängt es an zu regnen. Als ich um 12.20 Uhr die Tonne Westertill N erreiche, gießt es wie aus Eimern und es ist s...kalt. Die Fahrt um die weiten Sände bis Scharhörn ist langweilig und ungemütlich. Gott sei dank,  arbeiten Jockel und Hinnerk zuverlässig und erleichtern mir so das Leben. In der Elbemündung setzt der Gegenstrom ein, erst zaghaft mit 1 - 1,5 Knoten, dann immer kräftiger. Auch die See wird kabbelig. Als ich Neuwerk querab habe läuft der Gegenstrom mit 3,5 Knoten. Es dauert unendlich lange, bis bei dem trüben Wetter Cuxhaven in Sicht kommt. Um 18.30 Uhr, nach 11,5 Stunden, bin ich im Seglerhafen von Cuxhaven. Es regnet immer noch heftig, die Stege sind naß und rutschig. So kommt, was kommen muss, beim Sprung von Bord auf den Fingersteg, rutsche ich aus und falle auf den Steiß. Dabei verliere ich eine Festmacherleine und Finja läuft mit der Restfahrt genau auf eine Klampe am Steg. Eine kleine Macke am Vordersteven ist die Folge, das Gelcoat ist abgeplatzt. Das hätte nicht sein müssen, aber nach der langen, nassen Fahrt war ich einfach unkonzentriert. Abends tröste ich mich im Hafenrestaurant "Seglermesse"  mit Labskaus und Bier.
Seglerhafen von Cuxhaven
Am folgenden Morgen sieht die Welt schon besser aus, es ist trocken und manchmal lugt sogar die Sonne kurz hervor. Da mache ich mich gleich an die Arbeit und bessere den Schaden von gestern mit Gelcoat aus. Danach ist die Macke kaum noch zu sehen.  Nachmittags ist einkaufen, Diesel bunkern und Wäsche waschen angesagt. Im Hafenbecken tummeln sich ganz genüßlich  2 Seehunde.

Durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Laboe

Nach 2 Hafentagen wird es Zeit die Reise fortzusetzten. Für die Strecke von Cuxhaven nach Brunsbüttel kommt der Wind zwar aus der richtigen Richtung, aber er ist, wie so oft schon auf diesem Törn, zu schwach. Die Maschine muß mitlaufen und Jockel tut das auch brav. Nach gut 2 Stunden Fahrt, kann ich in Brunsbüttel,bald  in die Schleuse einlaufen und werde sofort geschleust. Noch ein Schlenker nach Backbord und ich liege im staatlichen Yachthafen. Hier ist noch nicht viel los, die Saison beginnt gerade erst.
Morgens um 8 Uhr hole ich beim nahen Aldi noch Getränke für den zukünftigen Bedarf. Dann geht es auf den NOK. Der Himmel ist bedeckt aber es bleibt vorläufig trocken. Die Kanalfahrt ist problemlos, aber einschläfernd. Am Nachmittag frischt der Wind stark auf und es beginnt zu regnen. Die Schreiber-Marina direkt am Kanal ist überfüllt und so fahre ich weiter die Eider hinauf bis Rendsburg. Beim Regattaverein kann ich nicht anlegen, denn hier steht der Wind mit guten 5 Bft. quer zu den Boxen. Also fahre ich zum Büdelsdorfer Yachtclub und lege mit Unterstützung durch Clubmitglieder am Längssteg an. Finja wird zwar auf den Steg gedrückt, ist aber gut abgefendert.
Auf dem NOK
Die 2. Kanaletappe ist ebenso unspektakulär wie die gestrige. Auch das Schleusen in Kiel-Holtenau geht gut. Auf der Kieler-Förde weht ein frischer Wind und trägt uns, vorbei am Leuchtturm Friedrichsort,  hinüber nach Laboe. In der Baltic-Bay-Marina bekommt Finja einen schönen Liegeplatz.

Weitere Fotos zu dieser Etappe in diesem Picasa-Webalbum

Dienstag, 17. Juli 2012

Einhand nach Skagen - Teil 3 - Laboe bis Juelsminde

Ab jetzt geht`s nach Norden

Der Himmel ist heute, am 6. Juni, bedeckt, aber die Windrichtung stimmt. 2 Beaufort, Tendenz steigend, aus SE.  Um 9 Uhr verlasse ich Laboe. Vor dem Hafen wird das Groß gesetzt, da der Wind aber noch schwach ist, bleibt die Genua drin und Jockel schiebt mit.  Bei der Tonne Klüverberg kann ich einen Kurs weiter nördlich steuern. Die Genua wird ausgerollt und Jockel hat Pause. Der Wind nimmt zu und weht bei Stollergrund Süd schon mit 3 Bft. Es ist schönes Segeln. Stetig wird der Wind stärker und ca. 5 Meilen vor Schleimünde weht es dann mit 6 Bft. Ich müßte schon längst ein Reff eingebunden haben, aber Finja fliegt mit 7,5 Knoten nur so dahin. Das Boot zittert manchmal ganz ordentlich, das geht aufs Material. Aber auf der gesamten Tour hatte ich bisher noch nicht so guten Wind, das will ich auskosten. Bei achterlichem Wind mit 6 Bft. möchte ich dann doch nicht unter Segeln in die Schlei einlaufen und so gestaltet sich das Segelbergen vor Schleimünde zur akrobatischen Übung. In Kappeln finde ich bei Henningsen & Steckmest einen guten Liegeplatz.

Das heutige Ziel ist Soenderborg. Der Wind bleibt auf SE, hat aber seine Kraft verloren. Bei 1-2 Bft. muß Jockel wieder arbeiten. Auch Hinnerk, der eiserne Steuermann, ist wieder im Dienst. Er hat bei glatter See allerdings eine leichte Aufgabe. Da die Sicht sehr schlecht ist, habe ich so genug Zeit um Ausschau zu halten. Ohne Kartenplotter möchte ich jetzt nicht unterwegs sein. 12 Uhr liegt der Leuchtturm Kalkgrund querab. Als ich kurze Zeit später die Seegrenze zu Dänemark erreiche, hisse ich den Danneborg unter die Steuerbordsaling.

An Bord weht jetzt der Dannebrog
Die Marina Soenderborg scheint noch im Winterschlaf zu sein, Finja kann sogar an einem der ganz wenigen Längsstege liegen. In der Stadt versorge ich mich zuerst mit dänischen Kronen, dann wird eingekauft. Diesel muß ebenfalls gebunkert werden.
Windmühle in Soenderborg

Durch Als-Fjord und kleinen Belt ins Kattegat

Am nächsten Tag um 9 Uhr öffnet die Brücke über den Als-Fjord. Ich bin pünktlich zur Stelle und kann ohne Wartezeit mit mehreren anderen Booten die Brücke passieren. Leider ist das Wetter schlecht, Flaute, Nieselregen und was viel schlimmer ist, Nebel. Die Sicht beträgt zunächst noch ca. 500 Meter, verschlechtert sich aber zunehmend. Am Abzweig nach Augustenborg sind es kaum noch 100 Meter. Kurze Zeit später versagt mein Kartenplotter seinen Dienst, die gespeicherte Karte ist zuende. So ein Schiet, für ein Update ist keine Zeit. Vor mir fährt ein dänischer Segler, der sich offensichtlich auskennt. An den hänge ich mich ran, denn es sind weder Tonnen noch das Ufer zu sehen. Bei der Einfahrt zur Dyvig lichtet sich der Nebel etwas, Sicht jetzt ca. 1000 Meter. Ich bringe den Plotter auf Vordermann und steuere in den kleinen Belt, Kurs Aarösund. Langsam verbessert sich die Sicht weiter auf ca. 1,5 sm. Den großen Frachtern, die nach Aabenraa fahren, kann ich rechtzeitig ausweichen. Mittags mache ich in Aarösund fest. Im Hafen und auf den Booten ist kein Mensch, alles ist wie ausgestorben. Der Regen hört auf und so kann ich einen kleinen Spaziergang machen.
Hafen von Aarösund
Auch am folgenden Tag ist das Wetter nicht berauschend, es ist kalt und regnerisch. Der Wind bläst aber mit 4-5 Bft. aus W, ich kann nach Middelfart segeln. In der Abdeckung der Insel Brandsö ist das Wasser angenehm ruhig, ansonsten ist die See um 1 Meter und recht kabbelig. Vor der Marina Middelfart segeln die Dänen ihre Opti-Landesmeisterschaft und ich steuere, ohne jemand zu behindern, vorsichtig um das Feld in den Hafen. Schade, daß die Kinder kein besseres Wetter haben. Beim Anlegen wird Finja von einer plötzlichen Boe hart gegen die Spitze des Seitenstegs geworfen, natürlich genau da, wo kein Fender hängt. Der Steg ist aus Holz, und mit einiger Mühe läßt sich die Macke später wegpolieren. Es regnet den ganzen Tag und den folgenden auch. Das macht mir aber nichts, denn ich muß mal wieder klar Schiff und große Wäsche machen.
Montag, den 11. Juni, verlasse ich Middelfart um nach Juelsminde zu segeln. Auch wenn das Wetter weiterhin bedeckt und kalt ist, bin in guter Stimmung. Morgen wollen Renate und Fine mit dem Auto nach Juelsminde kommen um dort eine Woche Urlaub bei mir auf dem Boot zu machen. Die Fahrt durch den engen, kurvigen kleinen Belt geniesse ich. Vor der Autobahnbrücke bei Middelfart spielt eine Schule von 5 -6 Schweinswalen im Wasser. Keine 50 Meter von Finja entfernt. Leider gelingen mir keine Fotos, denn die Tiere sind zu schnell. Nach dem Runden des Leuchtturms von Strib geht es ins Kattegat.
Leuchtturm Strib
Als der Vejle-Fjord überquert ist, gilt es noch ein großes Flach zu umrunden bevor man Juelsminde ansteuert . Dort liegen im neuen Teil des Yachthafens Juelsminde nur wenige Boote. Ich kann Finja an einen der wenigen Längsstege legen. Das Nachbarboot ist ein Motorboot von 56 Fuß Länge, es gehört dem Enkel des LEGO- Erfinders.

Weitere Fotos in diesem Picasa-Webalbum








Freitag, 6. Juli 2012

Einhand nach Skagen - Teil 4 - Juelsminde bis Skagen

Besuch an Bord

Heute kommen meine Frau Renate und unser Hund Fine, um bei mir Urlaub zu machen. Klar Schiff habe ich gemacht und eingekauft ist auch. Nachmittags sind sie endlich da, etwas erschöpft von der langen Autofahrt, aber wohlbehalten. Nach einem stärkenden Kaffee mit Kuchen, besichtigen wir den Hafen und den Ort. Abends essen wir im Fischrestaurant am Hafen, danach legen sich die Gäste schlafen. Nachts ist es so kalt, daß die Heizung laufen muß.
Yachthafen Juelsminde
Durch Renates Auto bietet sich die Möglichkeit, das weitere Umland zu erkunden. Wir fahren durch die liebliche Hügellandschaft Jütlands zum Fischerdorf Snaptun und  nach Horsens. In Horsens bummeln wir in der Altstadt, dann die Einkaufstrasse entlang, setzen uns in ein Strassencafé und geniessen den Tag.
In der Altstadt von Horsens
Am nächsten Tag zieht es uns nach Vejle. Die Stadt ist wenig attraktiv, deshalb beenden wir den Besuch bald. Zurück in Juelsminde kaufen wir bei einem Bäcker hervorragendes Gebäck. Die Kaffeetafel verlegen wir auf Finja.
Fine in ihrer "Hundekoje"
15. Juni, Freitag. Renate meint, ich müßte mal zum Frisör meine Haarpracht stutzen lassen. Ich bin folgsam und so vergeht ein Teil des Tages mit Warten und anschließendem Haarschnitt. In neuer Schönheit zeige ich mich abends beim Essen in der Fiskebutik.
Renates letzter Tag bei mir ist angebrochen, morgen in aller Frühe muß sie mit Fine zurückfahren. Wir machen einen langen Strandspaziergang, freuen uns über die herrliche Ruhe am Wasser außerhalb der Saison und sind ein wenig traurig über die bevorstehende Trennung.
Strand bei Juelsminde

 

Rund Djursland

Morgens um 5 Uhr reisen Renate und Fine ab. Auch mich hält jetzt nichts mehr in Juelsminde und so bin ich um 6 Uhr auf dem Weg nach Tunö. Das Wetter ist gut, nur der Wind ist mal wieder schwach. Jockel muß Hilfe leisten. Nach 24 sm erreiche ich um 10 Uhr Tunö. Bei strahlendem Sonnenschein  laufe ich über die Insel ins malerische Dorf zum Köbmand, kaufe Brot und Obst. Als ich zurück an Bord bin, ziehen dunkle Wolken auf. Ein Unwetter mit Gewitter und Sturmboen tobt über der Insel. Die Temperatur fällt erneut in den Keller. Wassermassen ergiessen sich über Finja. Eine Frontscheibe ist  wohl nicht ganz dicht und so tropft Wasser auf die Backbord-Bank im Salon. Meinen Lieblingsplatz unter Deck muß ich räumen. Das Unwetter hält sich bis Abends.
Kirchturm = Leuchtturm auf Tunö

Am nächsten Morgen ist es trocken, aber der Wind weht noch kräftig. Der Wetterbericht sagt allerdings abnehmenden Wind vorher. Um 10 Uhr lege ich ab und setzte Groß und Genua. Der SW schiebt gut. Mit passieren der Insel Hjelm komme ich soweit nördlich, wie ich bisher noch nicht mit einem Boot war. Mittags ist der Wind so abgeflaut, daß Jockel unterstützen muß, wenn ich nicht zuspät abends in Grenaa ankommen will. Der Wind bleibt bis zur Hafeneinfahrt Grenaa schwach. Aber dann, als ich gerade in eine Box einlaufe, fegen mächtige Boen über den Hafen. Zum Glück hat die Box in Lee eine Sorgleine, in die ich gedrückt werde. Der Druck in die Leine ist so groß, das  ich Finja nicht weiter zum Steg bewegt kriege. Freundliche Helfer übernehmen die Vorleinen und ziehen Finja mit vereinten Kräften an den Steg. Erst jetzt sehe ich, daß der Steg so tief liegt, daß ich ohne Bugleiter nur schlecht von, aber garnicht mehr an Bord gekommen wäre. Also Bugleiter aus der Backskiste kramen, anbringen und dann den Hafen inspizieren. Der Yachthafen Grenaa ist groß, liegt aber weit von der Stadt entfernt. Die Versorgungsmöglichkeiten (mit Ausnahme von Diesel) sind schlecht.  Die lecke Frontscheibe dichte ich ab und  begebe mich danach zum Essen in die Pizzeria am Hafen. Sie ist, neben einer Eisdiele, das Einzige was im Hafen geöffnet hat.
Insel Hjelm

Mein heutiges Ziel ist Boennerup, ein kleiner Fischerei- und Yachthafen ca. 18 sm entfernt. Diesmal  mal haben wir Flaute von vorn oder anders gesagt N, Stärke 1. Schon wieder motoren. Ich fahre dicht unter der Küste zunächst an Grenaa und dann an einer schönen Steilküste vorbei. Zwischen Leuchturm Fornaes und Boennerup umfahre ich ein größeres Flach.
Leuchtturm Fornaes

Dann steuere zwischen den mächtigen Molenköpfen in den Hafen. Die Hafenbecken sind sehr verzweigt, eng und unübersichtlich. Im Yachthafen kann ich an einen Steg längsseits gehen. Der Fischereihafen ist voller Kutter, die ihren Fang anlanden. Dort kaufe ich Röget Reier (geräucherte Nordmeergarnelen) und verspeise sie mit Majo und großem Vergnügen. Das Dorf ist klein, hat einen  schönen Strand, einen großen Imbiss und einen Dagli Brugsen (kleinen Supermarkt). Abends gönne ich mir im Imbiss einen riesigen Hamburger.
Hafen Boennerup

In der Aalborg-Bucht

Heute bin ich früh unterwegs, habe um 6.45 Uhr den Hafen verlassen. Die See ist ruhig, NNE 2-3. Wieder keine idealen Segelbedingungen. Das Kreuzen ist mühselig und bringt kaum Strecke in Richtung meines Ziels Oester Hurup. Irgendwann bitte ich Jockel um Mithilfe. Der große Windpark an der Mündung des Mariager-Fjords kommt schon bald nach Verlassen des Hafens Boennerup in Sicht. Bis auf Höhe des  Mariager-Fjords bin ich allein auf weiter See. Dann begegnen mir einige Fischer. Auf den letzten Meilen nach Oester-Hurup ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich, denn hier stehen viele Stellnetze. Direkt vor dem Hafen Oester-Hurup liegt eine Barre, die nur notdürftig betonnt ist. Wahrschau beim Einlaufen! Laut Hafenhandbuch ist ein Anlaufen dieses Hafens, bei Starkwind oder Sturm aus Ost, gefährlich bis unmöglich. Das Hafenbecken ist eng. Es sind einige Boxen frei und ich finde für Finja einen guten Platz.
In Oester-Hurup
Der Ort liegt ca. 1 km vom Hafen entfernt. Es bietet neben einem Supermarkt und etwas Gastronomie auch einen kleinen Yachtausrüster. Hier kaufe Sikaflex zum erneuten Abdichten der Frontscheibe. Abends fängt es an zu regnen und ich beköstige mich mit dem Inhalt einer Dose aus meinem Vorrat.

Am folgenden Tag hat sich das Wetter weiter verschlechtert. Regen und Wind, 6-7 aus Ost. An ein Auslaufen ist nicht zu denken. Ich lege einen Waschtag ein.

Brandung vor Oester-Hurup


Am Limfjord

Sofort nach dem Aufwachen merke ich, daß der Wind deutlich nachgelassen hat. Kein Pfeifen mehr im Rick und auch die Brandung am nahen Strand ist nicht mehr zu hören. Ein Rundblick zeigt, heute kann ich weiter. Schnell duschen und frühstücken und schon gehts los. In der Hafeneinfahrt macht die Barre keine Probleme. Gestern stand hier eine kräftige, gefährliche Welle. Die Genua fliegt hoch und Kurs Hals liegt an. Hinnerk übernimmt die Hauptarbeit. Vor der Küste stehen wieder viele Stellnetze und so ist Aufmerksamkeit geboten. Hin und wieder muß ich von Hand steuernd die Netze umfahren. Schon von Weitem sieht man den Leuchtturm Hals Barre und dann an der Mündung des Limfjord auch die beiden Feuer Hals Barre Nord und Süd. Als ich sie erreiche berge ich das Segel.
Leuchtturm Hals Barre

Die Einfahrt in den Limfjord ist gut ausgetonnt, wegen der vielen Sandbänke sollte man unbedingt im Tonnenstrich bleiben. Als ich um 12.40 Uhr in den Hafen von Hals einlaufe, ist dort reichlich Platz. Es ist gerade "Bettenwechsel". Die Letzten von gestern verlassen den Hafen und die Neuen kommen nach und nach an. An der Kaje finde ich einen guten Liegeplatz, allerdings ohne Wasseranschluß. Der Ort und der Hafen sind viel besucht und auf Touristenströme ausgelegt.
Yachthafen Hals

Ein riesiger Supermarkt ist nur 100 Meter von meinem Liegeplatz entfernt. Bereits kurz nach Mittag bilden sich erste Päckchen. Nachmittags erkunde ich den Ort. Heute ist Mittsommernacht. Der Hafenmeister hatte mich schon beim Kassieren darauf hingewiesen und mich zum abendlichen Spektakel eingeladen. Gegen 18 Uhr pilgern alle zum Festplatz und versammeln sich ums große Feuer. Dann geht es ins Festzelt und bei Tanzmusik ( zu der niemand tanzt) wird eifrig getrunken. Nach einigen Bier verhole ich mich in die Koje.
Der nächste Morgen ist grau in grau mit Starkwind 6-7. Das ist kein Wetter  zum Auslaufen. In den kurzen Regenpausen erkunde ich den Ort. Es ist Sonntag, aber wegen des schlechten Wetters sind kaum Touristen da. Alles wirkt etwas verschlafen, besondere Sehenswürdigkeiten gibt es nicht. Nur an der Eisdiele ist reger Betrieb, die Kunden stehen Schlange für ein Eis. Trotz des schlechten Wetters.
Run auf die Eisdiele

Abends gönne ich mir eine Pizza beim Italiener.
Montagsmorgens ist das Wetter unverändert. Ich beschließe mit dem Bus nach Aalborg zu fahren. Die Busfahrt, durch hügelige Landschaft, dauert eine knappe Stunde. In Aalborg bummele ich durch die Altstadt und die Einkaufsstrassen, immer auf der Flucht vor Regenschauern.
Aalborg, alte Apotheke

Es ist ungemütlich, nass und kalt, kein Wetter zum Draußensein. Am frühen Nachmittag kehre ich nach Hals zurück.

Nordjütland

Der Wind weht immer noch kräftig. Im Hafen binde ich ein Reff ein und lege dann ab. Unter Motor geht es durch die Fahrrinne ca. 3 sm raus. Dann setzte ich Groß und Genua. Nachdem Kurs 25° anliegt übernimmt Hinnerk das Steuern. Ziel ist Saeby eine nette kleine Hafenstadt ca. 6 sm südlich Frederikshavn. Der Wind hat mittlerweile auf 4 Bft. nachgelassen und das Reff ist ausgeschüttet. Heute ist ein schöner Segeltag, guter Wind, kaum Welle und manchmal etwas Sonne. Nur einmal zieht eine Regenfront in einiger Entfernung vorbei.
Durchzug einer Regenfront

Ca. 5 sm vor Saeby dreht der Wind und kommt nun spitz von vorn. Zum Kreuzen habe ich keine Lust und deshalb hilft Jockel den Rest der Strecke mit. Im großen Yachthafen  finde ich eine lange Box mit Strecktauen an der Promenade. Hier kann ich gut anlegen.
Wahrzeichen von Saeby: Die Frau vom Meer

Der Hafen ist gut ausgestattet und liegt direkt an der Stadt. Nach einem Hafenbummel esse ich im Fischimbiss im Hafen frische Scholle.
Stockfisch (Scholle) beim Hafenimbiss
Nach dem Frühstück erkunde ich die Stadt. Die Kirche überragt Hafen und Altstadt und strahlt im Sonnenlicht. Kleine Fischerhäuser säumen die Strassen und Gassen. An der historischen Wassermühle vorbei, gelange ich in einen kleinen Park, der sich wieder Richtung Hafen erstreckt. Alles ist überschaubar, auch die Einkaufsstrassen, die sich an die Altstadt anschließen. Nachmittags kaufe ich ein und bunkere Diesel.

An der Spitze Dänemarks

Heute will ich mein Törnziel endlich erreichen, auf nach Skagen. Bei schwachem Wind setzte ich Groß und Genua und segle los. Nach Verlassen des Hafens kann man  die große Hafenstadt Fredrikshavn schon sehen und auch die Insel Hirsholm, die ich ansteuere. Die Fähren von Fredrikshavn nach Laesö und Göteborg in Schweden, kreuzen meinen Kurs. Ich steuere außen um Hirsholm herum, denn zwischen der Insel und dem Festland liegen viele Untiefen.
Insel Hirsholm

Als ich Hirsholm erreiche schläft der Wind mal wieder ein, Jockel muß helfen. Bis Skagen ist es eine ruhige Fahrt. Vor Skagen liegen einige Frachter auf Reede. Die mächtigen Hafenmolen zeichnen sich vor der Silouette der Stadt ab. Ich schlüpfe hindurch in den Vorhafen. Noch einmal Abbiegen und schon bin ich im Yachthafen, der direkt an den Fischereihafen angrenzt. Man liegt hier mit dem Bug zum Steg vor Heckanker. Da ich allein an Bord bin, suche ich mir eine Lücke in der ich längsseits am Kai liegen kann. Das Festmachen ist etwas kompliziert, denn die Festmacherringe liegen sehr weit auseinander und der (zwar geringe) Tidenhub muß auch berücksichtigt werden. Als alles geregelt ist, ist es 12 Uhr Mittags.
Finja in Skagen

Ich habe mein Törnziel erreicht und bin auch ein wenig stolz darauf. Nachmittags bummle ich durch die Stadt.  Dann geniesse das bunte Treiben im Hafen.
Yachthafen Skagen

Zur Feier des Tages esse ich Abends Lachs mit Tymian-Kartoffeln in einem Restaurant bei den Packhäusern.
Packhäuser in Skagen

Dies ist die nördlichste Position dieses Törns: N 57°43,09   E 10°35,32. Es ist auch die nördlichste Position, die ich bisher mit einem Segelboot erreicht habe.

Es ist Freitag, der 29. Juni und das Wetter ist mal wieder total umgeschlagen. Dichte Bewölkung mit ab und zu Regen und Sturm der Stärke 8. Die Gischt spritzt über die äußere Hafenmauer und im Rick pfeift es ordentlich. In den Regenpausen erkunde ich die Stadt so gut es geht, weitere Strecken können aber nicht zurückgelegt werden. Auch der Besuch des Skagen-Museums fällt aus, es liegt zuweit weg. Der Hafenmeister macht mich darauf aufmerksam, daß am kommenden Wochenende das Skagen-Musik-Festival beginnt und der Hafen langsam "zugeparkt" wird. Sollte ich vor dem Festival noch auslaufen wollen, müßte das bald geschehen. Naja, bei Windstärke 8 kommen nicht viele neue Boote und kaum einer verläßt den Hafen. Mal sehen was morgen ist.



Weitere Fotos in diesem Picasa-Webalbum